Ausrüstung

Das kleine 1×1 der Wanderbekleidung und Wanderausrüstung1 min read

Für mich gibt es nichts Schöneres, als draußen in der Natur zu sein und zu wandern. Neue Landschaften zu entdecken und zu genießen. Nun ja, was soll ich sagen, auch beim Wandern kommt man ab und an ins Schwitzen. Die richtige Wanderbekleidung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie bei allen Sportarten, brauchst Du auch beim Wandern eine gute Ausrüstung, damit Du bequem und komfortabel ausgestattet loswandern kannst.

Die Auswahl an Outdoorbekleidung ist riesig, da kann man schnell einmal den Überblick verlieren. Ich schreibe Dir hier mal, was Du für eine einfache Tageswanderung an Wanderbekleidung und -ausrüstung benötigst.

Welche Wanderbekleidung brauchst Du?


Was ist die richtige Wanderausrüstung? Brauche ich teure Wanderbekleidung? Welche Wanderschuhe sind die besten? Fragen über Fragen, die Du Dir sicherlich auch schon gestellt hast. Es spielt keine Rolle, ob Du Wanderanfänger oder fortgeschrittener Wanderer bist.

Was Du erst einmal wissen solltest: Die besonderen Anforderungen an die Wanderbekleidung liegen in den zum Teil häufig vorkommenden klimatischen Veränderungen im Verlauf einer Wanderung. Am Morgen beim Start kann es noch kühl sein, gegen Mittag steigen die Temperaturen oft und am Nachmittag gibt es vielleicht ein kräftiges Gewitter oder auch strahlenden Sonnenschein.

Die Aufgabe der Wanderbekleidung lässt sich auf ein einfaches Ziel reduzieren: Sie muss die Kerntemperatur unseres Körpers konstant auf 37 °C halten. Das hört sich einfach an, aber bei ständigem Wetterwechsel ist das eine sehr komplexe Aufgabe, die die Bekleidung erfüllen muss. Starkes Schwitzen ist genauso unangenehm wie ständiges Frieren. Beim Schwitzen sollte die Kleidung nicht am Körper kleben, sondern rasch trocknen. Bei Kälte sollte sie isolieren und wärmen. Bei Regen und Wind sollte sie schützen.


Deshalb müssen die verschiedenen Teile der Wanderausrüstung perfekt zusammenspielen. Unterwäsche aus Baumwolle beispielsweise ist nicht atmungsaktiv und daher ausgesprochen ungeeignet.


Das richtige Schuhwerk


Das wichtigste Ausrüstungsstück beim Wandern sind die Schuhe. Gute Wanderschuhe mit einer anständigen Sohle können nicht nur Leben retten, sondern auch unnötige Verletzungen vorbeugen. Am Schuhwerk solltest Du nicht sparen und Dich am besten in einem Fachgeschäft für Outdoorbekleidung beraten lassen.

Du wirst einige Stunden in den Wanderschuhen verbringen, daher ist die Passform von größter Wichtigkeit. Der Schuh sollte unbedingt kompakt und eng am Fuß liegen. Ich empfehle in der Regel immer – ob ungeübter Wanderer oder geübter Wanderer – auf jeden Fall ein knöchelhohes Modell zu nehmen. Das gibt dem Fuß die nötige Stabilität und Sicherheit, egal auf welchem Untergrund Du läufst.

Zudem sollten Wanderschuhe wasserdicht und atmungsaktiv sein. Dies kann durch Membranen wie Gore-Tex oder durch imprägniertes Leder gewährleistet werden.


Achtung: Nimm Dir für das Anprobieren und Testen von Wanderschuhen genug Zeit. Nichts ist schlimmer, als eine Wanderung mit schmerzenden Füßen.

Die passenden Wandersocken


Eine der am meisten unterschätzten Wanderbekleidung sind die Wandersocken. Falsche Socken können zu Blasen führen, die dann eine Tour ganz schnell zu einer Tortur machen.

Socken haben bei einer Wanderung eine besondere Bedeutung: Sie müssen wärmen, kühlen, Schweiß abführen und zwischen Fuß und Schuh mechanisch isolieren. Wandersocken sollten anatomisch auf den Fuß zugeschnitten sein und eine rechts und links Unterscheidung haben.

Kleiner Tipp: Je weniger Nähte ein Socken besitzt, desto geringer ist die Gefahr von Druckstellen.

Hochwertige Wandersocken bestehen aus Merinowolle oder einem Merinowoll-Mix mit Kunstfasern. Durch diese Zusammenstellung wird der Fuß bei Kälte gewärmt und bei Hitze gekühlt. Außerdem transportiert Merinowolle die Feuchtigkeit ab, sodass der Fuß trotz Schweißbildung nicht feucht ist. Noch ein weiterer Vorteil der Merinowolle ist, dass sie nicht einer Geruchsbildung entgegenwirkt. Du kannst die Socken mehrere Tage tragen.

Bei Wanderschuhen mit hohem Schaft sollten die Wandersocken so lang sein, dass sie über dem Schuhrand abschließen, damit keine unangenehmen Reibungen entstehen.

Das Zwiebellook-Prinzip


Das Zwiebellook-Prinzip bedeutet mehrere Kleidungsstücke übereinander zu tragen – möglichst aus modernen Materialien, die die Feuchtigkeit absorbieren können. Durch die dazwischen liegenden Luftschichten hilft funktionelle Bekleidung dabei, einen Ausgleich von Körper – zur jeweiligen Außentemperatur zu schaffen. Je nach Situation also wärmend oder kühlend zu sein. Zudem verringert sie die Gefahr von Verletzungen an Gelenken und Muskeln.

Erste SchichtFunktionsunterwäsche: Sie leitet den Schweiß von der Haut weg nach außen, um den Körper möglichst trocken zu halten. Vorteilhaft sind schnell trocknende kurz- und langärmelige Kunstfasershirts oder sehr funktionell verarbeitete Wollprodukte.

Zweite Schicht – Isolation: Hemd, Pullover, Softshells und elastische Hosen bestehen meistens aus atmungsaktiven Funktionstextilien und unterstützen den Feuchtigkeitstransfer weg vom Körper. Sie schützen außerdem vor Wind, Sonnenstrahlen, Kratzern und Abschürfungen sowie Insektenstichen.

Dritte Schicht – Wärmeisolation: Sie kommt bei kühlem Wetter oder im Hochgebirge zum Einsatz und verhindert oder verringert den Wärmeverlust des Körpers. Empfehlenswert sind Fleecejacken, Westen oder mit Kunstfasern gefüllte Thermojacken. Daunenjacken eignen sich besonders bei extremer Kälte.

Vierte Schicht – Wetterschutz: Jacken (mit verstellbarer Kapuze) und Hosen halten dank atmungsaktiver Membranen wie Gore-Tex oder Sympatex, Wind, Regen, Schnee und Hagel ab und unterstützen den Feuchtigkeitstransport nach außen.

Die Funktionsunterwäsche


Funktionswäsche ist die Bekleidungsschicht, die direkt auf der Haut getragen wird. Sie soll den Körper warmhalten und vor allem den Feuchtigkeitshaushalt regulieren. Das bedeutet, den Schweiß von der Haut abhalten und schnell trocknen lassen.

Bei kalten Temperaturen empfiehlt sich langärmlige Unterwäsche aus Merinowolle. Wenn die Wanderung doch etwas anstrengender wird, die Sonne sich durchsetzt und Du ins Schwitzen kommst, dann transportiert Merino die Feuchtigkeit nach außen und trocknet relativ schnell. Wenn es kalt und nass wird, wärmt Merino sogar im nassen Zustand.

Pflegetipps:
Wasche die Funktionswäsche regelmäßig. Die Funktion bleibt nur erhalten, wenn Schweiß und die enthaltenen Salze weggewaschen werden.
Waschen wirkt auch gegen die geruchsbildenden Bakterien. Allerdings werden sie wirkungsvoll erst bei der 60° Wäsche abgetötet, was nicht jede Funktionswäsche verträgt.

Die richtige Wanderhose


Es braucht am Anfang nicht gleich eine professionelle Wanderhose sein. Auf einer Wanderung solltest Du aber jedoch nicht unbedingt eine Jeanshose tragen. Stell Dir vor, Du kommst in einen Regenschauer. Was passiert? Die Jeanshose saugt sich mit Wasser voll, wird schwer und braucht ewig, bis sie wieder trocken ist.

Was ist also die ideale Hose zum Wandern? Wichtig ist vor allem, dass Du auf flexiblen, elastischen und wasserabweisenden Stoff achtest, der auch schnell trocknet. Du solltest in Deinen Bewegungsabläufen absolut frei sein, es sollte nichts zwicken, auch wenn es einmal regnen sollte.

Ich habe mich für die Wanderhose von Fjällräven entschieden. Der Stoff der Hose ist wasserabweisend, leicht und nicht zu eng.

Das richtige Shirt zum Wandern


Ein gutes Oberteil zum Wandern bietet Bewegungsfreiheit, fühlt sich gut auf der Haut an, ist atmungsaktiv und strapazierfähig. Für jedes Wetter und für jede Beanspruchung gibt es funktionelle Shirts die ausgezeichnete Leistung erbringen.

Empfehlenswert sind Wandershirts aus Synthetik oder einem Merinowolle-Mix, da sie die Feuchtigkeit nach außen tragen und schnell trocknen. Die synthetischen Shirts trocknen zwar schneller als Merino, doch dafür ist die Merinowolle selbst nach stundenlanger Nutzung noch geruchsneutral.

Die richtige Jacke für die Wanderung


Wind und Regen können immer plötzlich auftreten, egal wie schön der Wetterbericht vorher auch sein mag. Sicher kannst Du Dir leider nie sein. Deshalb empfehle ich Dir auf jeden Fall immer eine dünne Jacke mit dabei zu haben. Sie sollte leicht zu tragen sein, aber trotzdem wasserabweisend und winddicht sein.

Die Softshell Jacke: Sie eignet sich gut für Tageswanderungen – denn sie ist atmungsaktiv und sehr flexibel. Dank ihrer wasserabweisenden Eigenschaft kann sie es durchaus mit einem kurzen Regenschauer aufnehmen.

Die Hardshell Jacke: Bei längeren Touren oder einer schlechten Wetterprognose solltest Du lieber in eine Hardshell Jacke schlüpfen. Die wasser- und winddichte Jacke hält trocken und warm. Sie verfügt dennoch über eine gewisse Atmungsaktivität. Zusätzlich kann die Temperaturregulierung für gewöhnlich über Belüftungsschlitze unter den Achseln gesteuert werden.

Die Fleecejacke: Sie sind auch überwiegend atmungsaktiv und leiten Feuchtigkeit nach außen. Deshalb sind Fleecejacken eine ideale Zwischenschicht bei kühlerem Wetter und stellen eine sinnvolle Ergänzung für den Zweibellook dar.

Die richtige Kopfbedeckung


Im Sommer, als auch im Winter ist eine Kopfbedeckung empfehlenswert. In den Sommermonaten schützt sie den Kopf vor der prallen Sonne und die Ohren vor dem Wind. Im Winter wärmt sie die Ohren und den Kopf vor der eisigen Kälte. Es gibt sogenannte Buff Tücher aus Merinowolle, die als Kopfbedeckung oder Halstuch optimal eingesetzt werden können.

Im Winter brauchst Du unbedingt Handschuhe. Weil Deine Hände häufig Werkzeuge betätigen müssen sind Handschuhe von Vorteil, die Touch-Screen fähig sind. Das heißt, wenn Du Dein Handy oder ein GPS-Gerät nutzen willst, musst Du nicht ständig die Handschuhe an- und ausziehen. Am besten sind wasserdichte und windabweisende Handschuhe.

Weitere wichtige Details einer Wanderausrüstung


Neben der richtigen Wanderbekleidung gibt es noch andere Details, die in Deiner Wanderausrüstung nicht fehlen dürfen: Ein guter Wanderrucksack und Trekkingstöcke.

In einen Wanderrucksack muss einiges hineinpassen. Du wirst ihn einige Stunden auf dem Rücken tragen, also sollte er bequem und gut zu tragen sein. Ich empfehle Dir wieder in ein Fachgeschäft zu gehen. Probiere verschiedene Rucksäcke aus und lasse Dich beraten.

Schaue auch, ob Du eventuell ein spezielles Damen- oder Herrenmodell benötigst. Achtung: Auch hier gibt es Unterschiede. Hochwertige Wanderrucksäcke bieten Verstellmöglichkeiten am Brustgurt, Hüft- und Schultergurt, sowie angenehme Polsterungen und ein Rückensystem.

Ich selber benutze den Damenrucksack von Deuter mit der Bezeichnung: Trail20SL mit 20L Füllvolumen. Achte beim Aussuchen des Volumens darauf, dass auch alles hineinpasst, was Du für Deine Tagestour mitnehmen möchtest. Da kann schon einiges zusammenkommen.

Trekkingstöcke


Moderne Wanderstöcke schonen die Gelenke und nehmen dem Körper bei jedem Schritt bis zu 8 kg Gewicht ab. Die Stöcke sorgen zudem für eine aufrechte und ergometrische Haltung. Ob über Stock und Stein, eisigem, nassem oder rutschigem Untergrund – mit modernen Wanderstöcken ist man bestens vorbereitet.

Wanderstöcke werden immer paarweise benutzt. Bei normalen Weg- und Steigungsverhältnissen und guter körperlicher Verfassung sollte man die Nutzung von Stöcken reduzieren. Eine dauerhafte Benutzung der Stöcke ist nicht ratsam, denn dadurch verringert sich das natürliche Gleichgewichtsgefühl.

Die Ausführung der Stöcke ist nahezu bei allen Modellen gleich. Sie sind dreiteilig aus Aluminiumrohr und als Teleskopstöcke zusammenschiebbar. Drehbare Klemmmechanismen erlauben die Fixierung auf der erforderlichen Länge.

Jetzt wünsche ich Dir viel Spaß bei Deiner nächsten Wandertour!


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